65. Filmfestspiele Cannes

 

Der Wettbewerb in Cannes: Ein exklusiver Männer-Club - keine Frau dabei!

 

Das Cannes-Tagebuch: Dritter Tag 

 

Cannes 2012 - mehr denn je ein exklusiver Männer-Club! Keine einzige Frau darf im Wettbewerb ihren Film zeigen. Immerhin, in der Jury sitzen mit Schauspielerin Diane Kruger, der palästinensischen Regisseurin und Schauspielerin Hiam Abbass, der britischen Drehbuchautorin und Regisseurin Andrea Arnold und der französischen Schauspielerin Emmanuelle Devos dann doch vier Frauen unter fünf Männern. Unter ihnen der britische Star Ewan McGregor ("Star Wars", "Lachsfischen im Jemen") Designer Jean Paul Gaultier und Jury-Präsident Nanni Moretti aus Bella Italia, der in Cannes schon selbst als bester Regisseur und mit der Goldenen Palme für den besten Film ausgezeichnet wurde. In den späten 60ern spielte Moretti in der italienischen 1. Liga Wasserball!

 

Kein deutscher Regisseur im Rennen um die Goldene Palme

 

22 Filme sind im Rennen um die Goldene Palme angetreten, darunter kein deutscher Regisseur, dafür aber mit Ulrich Seidel ("Paradies: Liebe") und Michael Haneke ("Amour") gleich zwei Österreicher. Die "Goldene Palme" wird am 26. Mai verliehen. Von den großen Hollywood-Titanen wagt sich nur noch Jefrey Katzenberg (Dreamworks) mit "Madagascar 3" in 3D und "Rise Of The Guardians" nach Cannes. Den anderen Studios ist die Croisette längst zu kostspielig und nervenaufreibend geworden. In der Regel wird man hier sowieso nur von den Kritikern verrissen und die internationale Strahlkraft des Festivals leuchtet jedes Jahr ein wenig schwächer. Für den Traditionalisten Katzenberg ist es eine Frage der Ehre. Zum Dank lässt das Festival "Madagascar 3" außer Konkurrenz im Festival laufen.

 

So romantisch wie in diesem Jahr waren die Wettbewerbsbeiträge schon lange nicht mehr

 

Und: So romantisch wie in diesem Jahr war der Wettbewerb selten! In vielen der Wettbewerbsfilmen dreht sich in diesem Jahr alles um Liebe, Romantik, Sex und brennende Herzen. Schon im Eröffnungsfilm "Moonrise Kingdom" brennt ein 12jähriges Pärchen aus einem Zeltlager durch und heiratet. In Jacques Audiards "Rust and Bone" verliebt sich die nach einem Unfall beinlose Marion Cottilard in einen wilden Türsteher, inklusive ungewöhnlich erotischer Bett-Szene. In Ulrich Seidels "Paradies: Liebe" sucht eine österreichische Sex-Touristin ihr Glück bei jungen Afrikanern. Michael Haneke widmet sich in "Amour" einer reifen Liebesbeziehung. Sogar in "Madagascar 3" lieben sich Löwe und Gepardin, Nilpferd und Giraffe. In Cristian Mungius "Beyond the Hills" geht es um lesbische Liebe in einem orthodoxen Kloster. Altmeister Alain Resnais will in "You Ain't Seen Nothing Yet!" wissen, ob Liebe und Leidenschaft stärke sind, als der Tod. In Abbas Kiarostamis "Like Someone in Love" verliebt sich ein alter Mann in eine junge Frau.

 

Der Aufreger des Festivals: Journalisten werden für Interviews zur Kasse gebeten

 

Der Aufreger des Festivals: Dass deutsche Verleiher Interviewplätze für Journalisten bezahlen müssen, ist in den vergangenen Jahren immer mehr zur Regel geworden. Jetzt sollen allerdings Journalisten und Presseagenturen selbst zur Kasse gebeten werden. Ein Platz in einen Gruppeninterview mit Nicol Kidman zu "The Paperboy" soll 1500,- Euro kosten. Sämtliche Kollegen winkten dankend ab. Nur ein deutscher Freelancer kaufte sich seinen Platz und wird nun als Streikbrecher geächtet. Viel Freude wird er mit dem kostspieligen Material nicht haben. Denn das "Interview" entpuppte sich inzwischen als "Mini-Pressekonferenz".

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