Cannes 2013

Alexander Payne Wettbewerbsbeitrag "Nebraska" in Schwarz-Weiß


Der Tag beginnt mit Alexander Paynes Wettbewerbsbeitrag "Nebraska". Ein schwarz-weißer Road-Movie ohne Überraschungen. Vater und Sohn gehen widerwillig gemeinsam auf eine in die Vergangenheit. Am Ende ist das zerrüttete Verhältnis wieder im Lot. Nett. Aber nett reicht hier in Cannes nicht. Und 110 Minuten ist der Film eindeutig zu lang geworden.


Alec Baldwins "Seduced and Abandoned"


Der verliebteste Mann des Festivals ist eindeutig Alec Baldwin, der Ende Juli noch einmal Vater wird. Baldwin stellt in Cannes gemeinsam mit Regisseur James Toback seine Dokumentation "Seduced and Abandoned" vor. Den Film hatte das Duo auf den Filmfestspielen im vergangenen Jahr gedreht. Darin sehen wir sie bei den Bemühungen, Geld für ein fiktives ambitioniertes Filmprojekt aufzutreiben. Unter anderen kommen auch Ryan Gosling, Jessica Chastain, Francis Ford Coppola, Diane Kruger, Martin Scorsese, Roman Polanski, Bernardo Bertolluci und James Caan in der Geschichte vor.

Schon zum Foto-Termin auf dem Dach des Festival Palastes bringt ein stolzer Alec Baldwin seine Frau mit, um sie vor den versammelten Fotografen zu küssen, auf den Arm zu nehmen und zu drücken. Seht alle her: So verliebt bin ich. Sie ist seine Ex-Yoga-Lehrerin. Er hat für sie diverse Kilo abgespeckt.

Wir machen das letzte Interview des Tages mit Baldwin in der "Movie Star Lounge" des "Carlton Hotel". Sie taucht während unseres Gespräches in der Lounge auf. Baldwin: "Ich muss nur noch dieses Interview geben, Schatz. Meine Frau möchte in Cannes noch Baby-Kleidung einkaufen". Sogar während des Interviews ist er rühren um sie bemüht. Steh zwischendurch auf, um ihr ein Glas Mineralwasser zu bringen, strahlt sie immer wieder an. Sie: "Ich bin jetzt im siebten Monat und es wird ein Mädchen. Einen Namen haben wir für die Kleine noch nicht. Jetzt nennen wir sie vielleicht Angela und am Ende sieht sie aus wie eine Julia".


Mads Mikkelsen lernt für "Michael Kohlhaas" Französisch


Am Ende des Tages sehen wir Mads Mikkelsen in der Hauptrolle der französischen Heinrich von Kleist-Adaption "Michael Kohlhaas". Der Vorjahres-Gewinner des Preises für den besten Hauptdarsteller ("Die Jagd") ist die Idealbesetzung für den rebellischen Pferdehändler Michael Kohlhaas. Statt in Deutschland ist die Geschichte nun in Frankreich angesiedelt. Und Mads Mikkelsen hat sogar Französisch gelernt und fällt damit in dem durchweg französischen Ensemble nicht unangenehm auf. Trotzdem wirkt auch dieses Drama am Ende etwas zäh, weil zu lang.

 

Katrin Gebbes "Tore tanzt" - der überflüssigste Film des Festivals

 

Aufreger des Festivals ist Katrin Gebbes komplett deutsch finanzierter Beitrag "Tore tanzt". Ein völlig überflüssiges "Quäl-Drama", in dem ein tief religiöser Jugendlicher zu ein Hamburger Familie in eine Schreber-Garten-Siedlung zieht und dort von seinen Gastgebern auf brutalste Weise gefolltert wird. Leider stimmt nichts in diesem anstrengenen Film, vom Drehbuch bis zur Regie. Und es ist völlig rätselhaft, wie dieser Film mit deutschen Steuermitteln gefördert und es dann auch noch nach Cannes schaffen konnte. Nach der Premiere gibt es im "Sale Debussy" heftige Buh-Rufe, aber auch Applaus von Gebbes Team und Unterstützern. In Berlin abgelehnt hatte Gebbe es in Cannes "last minute" in die Nebenreihe "En Certain Regard" geschafft. 
 

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